Wii-Linux

Autor: GC-Linux Team, neagix, uvm.

Website: neagix.github.io

Letztes Update: 25.08.2017

Lizenz: Hauptsächlich GPLv2

Größe: 65 MB

Version: v0.3.6, basierend auf Debian 8 Jessie


Die angeforderten Dateien befinden sich auf einer fremden Website.
Wir übernehmen keine Haftung!

Dies ist eine Linux-Distribution für den Nintendo Gamecube und die Wii, basierend auf Debian Jessie und dem Linux-Kernel 3.15.10. Auf der Download-Seite befindet sich ein SD-Karten-Abbild, welches direkt auf die SD geschrieben werden kann – allerdings müssen noch die Partitionen angepasst und am besten noch eine Swap-Partition erstellt werden. Nachfolgend ein kleines Tutorial, wie man von der Kommandozeile zu einer grafischen Oberfläche gelangt.

Wer keine Erfahrung im Umgang mit Linux hat, sollte die Finger davon lassen! Die Konsole kann dabei NICHT bricken, jedoch wird das Ganze schnell in Frust enden, wenn sich etwas anders verhält oder man nicht weiß, was man tun soll. Daher setzt dieses Tutorial grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Linux voraus!

Hardwarebeschleunigung ist nicht verfügbar – vergesst also aufwändige Dinge.

Letztes Tutorial-Update: 21. Dezember 2017

Das wird benötigt:

  • SD-Karte mit mindestens 2 GB freiem Speicherplatz – sichere alle Daten, da diese formatiert wird!
  • USB-Tastatur
  • USB-Maus (optional, die Wii-Fernbedienung geht auch)

Image auf die SD-Karte schreiben:

Hinweis: USB-Geräte werden ebenfalls unterstützt, allerdings sind die Zugriffszeiten von SD schneller und diese Anleitung befasst sich nur mit der SD-Variante.

Editiere zum Abschluss die bootmii/bootmii.ini und ändere den Videomodus entsprechend ab (meistens “PAL60”) oder lösche die Datei einfach.

Starte BootMii (entweder boot2 oder über den Homebrewkanal) und der Bootloader erscheint (du kannst dies auch ändern, siehe “FAQ”). Betätige hier das Laden des Wii-Linux-Images mit “EJECT”. Der erste Start dauert etwas länger.

Hier geht’s erst richtig los! Wir stellen zuerst das System auf deutsch um, verbinden uns mit dem Internet, fügen einen Nutzer hinzu und installieren und starten anschließend einen XServer mit einer grafischen Oberfläche (Fluxbox)!

Wichtiger Hinweis: Das Tastaturlayout ist anfangs auf englisch – behalte also das im Hinterkopf: y = z, z = y, Bindestrich = ß, Schrägstrich = -, Umlaute sind nicht vorhanden

Anmelden und Root-Passwort ändern:
Der Standard-Login ist “root” und das Passwort ebenfalls “root” – nach der Anmeldung sollte das Passwort mit “passwd” geändert werden.

Swap aktivieren:
Wenn der Swap (wie wir beschrieben haben) auf der dritten Partition liegt, reicht als Kommando:

swapon /dev/mmcblk0p3

Falls die Partition vorhanden ist, du aber keinen Swap erstellt hast, kannst du das nachträglich mit

mkwswap /dev/mmcblk0p3 -L Swap

nachholen.

Damit der Swap immer aktiviert wird, passen wir die /etc/fstab an (bspw. mit nano öffnen) und entfernen den Kommentar (die Raute) bei der Zeile mit dem Swap und ändern das Gerät von “/dev/sda” zu “/dev/mmcblk0p3”. Etwas weiter unten muss das tmpfs noch angepasst werden – hier einfach “size” auf die Größe der Swap-Partition einstellen (256M).

Mit swapon -s kannst du nachprüfen, ob der Swap aktiv ist.

Deutsche Sprache einstellen:
Jetzt werden die Locales eingestellt:

dpkg-reconfigure locales

Hier mit den Pfeiltasten (bzw. Bild ab/auf) zu “de_DE@euro” navigieren und es mit der Leertaste anhaken. Dann mit “TAB” auf “OK” navigieren und die Auswahl bestätigen. Im nächsten Dialog nochmal “de_DE@euro” als Standardeinstellung wählen und dann mit “reboot” das System neu starten. Es gibt allerdings ein unschönes Problem mit Umlauten, wozu ich leider noch keine Lösung gefunden habe. Ihr könnt natürlich auch das System einfach in englisch betreiben. Noch ist das Tastaturlayout englisch, das ändern wir gleich – zuerst müssen wir uns mit dem Netzwerk verbinden.

Ab ins Internet!
Wer einen LAN-Adapter hat, kann diesen Schritt überspringen – er sollte out-of-the-box funktionieren, was du mit einem beherzten ping an google.com bestätigen kannst.

Per WLAN ist das Ganze auch nicht wirklich komplizierter, es sind nur ein paar Handgriffe erforderlich – dafür gibt es ein gutes Skript vom whiite-linux Team:

./whiite-ez-wifi-config

Trage hier die SSID deines Routers und den Netzwerkschlüssel ein – am Schluss beantwortest du die Frage, ob das Netzwerk hochgebracht werden soll, mit “Ja”, was allerdings in einem Fehler endet, da das Tool ein anderes Netzwerkgerät nutzt (mit ip link kannst du das bestätigen). Dazu einfach schnell ein

nano /etc/network/interfaces

und alle “wlan0” durch “wlan1” ersetzen, mit STRG+X -> y (ist auf z!) abspeichern und das Netzwerk mit

ifup wlan1

hochbringen. Ob’s geklappt hat, siehst du an der Ausgabe von “ifconfig” (wenn unter wlan1 eine gültige, lokale IP steht) oder mit einem “ping” an “google.com” bzw. der Adresse deiner Wahl.

Tastaturlayout ändern:
Die Paketquellen müssen vorher aktualisiert werden, danach müssen die Pakete “console-data” und “unicode-data” installiert werden:

apt-get update
apt-get install console-data unicode-data

Während der Installation ploppt ein Fenster auf – hier wählst du einfach “Tastaturbelegung aus der Gesamtliste auswählen” (“Select keymap from full list”) und dann das Layout “pc / qwertz / German / Standard / latin1 – no dead-keys” (du kannst auch das ohne “no-dead-keys” verwenden, allerdings funktionieren dann Âkzénté nicht). Bestätige diese Eingabe und voilá! Damit kann man doch arbeiten! Falls ein Fehler auftritt oder du das Layout ändern möchtest, reicht ein “dpkg-reconfigure console-data”.

Zeitzone ändern:
Kurz und schmerzlos:

dpkg-reconfigure tzdata

“Europe” und dann “Berlin” wählen (für Deutschland und unsere Nachbarn). Die angezeigte Zeit ist dann eventuell nicht korrekt, dafür installieren wir einfach ntp:

sudo apt-get install ntp

Und die Zeit sollte korrekt sein, was du mit “date” bestätigen kannst.

Auf Updates prüfen und den Hostnamen anpassen:
Zuerst solltest du die /etc/apt/sources.list bearbeiten (als Root) und folgendes einfügen, dies aktiviert die Security- und Backports-Repos, sowie die Bereiche contrib und non-free für unfreie Software (jedes “deb” ist eine neue Zeile, ist eventuell umgebrochen, da zu lang):

deb http://httpredir.debian.org/debian jessie main contrib non-free
deb http://security.debian.org/ jessie/updates main contrib non-free
deb http://httpredir.debian.org/debian jessie-updates main contrib non-free
deb http://deb.debian.org/debian jessie-backports main contrib non-free

Mit

apt-get update
apt-get upgrade

prüfst du auf Updates und installiert diese, falls welche verfügbar sind. Danach verpassen wir unsere Wii noch einen schicken Hostnamen:

nano /etc/hostname

Hier einfach irgendeinen unkomplizierten Hostnamen eintragen, bspw. “nintendo-wii” o.ä. Damit es später zu keinen hässlichen Meldungen kommt, müssen wir den Hostnamen noch in die /etc/hosts eintragen:

nano /etc/hosts
# In der Hosts-Datei ergänzen:
127.0.0.1 hostname-von-oben

Benutzerkonto hinzufügen:
Permanent als Root arbeiten sollte man nicht, daher erstellen wir einen einfachen Benutzeraccount und nutzen das handliche Tool “sudo”, um uns erweiterte Zugriffsrechte zu beschaffen.

apt-get install sudo
adduser username # Username muss kleingeschrieben sein!
# Passwort angeben (ist bei der Eingabe nicht sichtbar - KEINE UMLAUTE!)
# Die persönlichen Daten können freigelassen werden
adduser username sudo
logout # Ausloggen und mit neuem Nutzer einloggen

Wer den Rest am PC machen will, kann ab jetzt eine SSH-Verbindung zur IP der Wii herstellen! Darauf gehe ich jetzt aber nicht näher ein.

XServer und Fluxbox:
Jetzt kommt die grafische Oberfläche! Dazu installieren wir den XServer, die leichtgewichtige Oberfläche “Fluxbox” und den X Display Manager zur Anmeldung. Und das Beste: Ein manuelles Konfigurieren des XServers ist nicht mehr vonnöten!

sudo apt-get install fluxbox xserver-xorg xdm

Während der Installation wirst du erneut nach dem Tastaturlayout gefragt – wähle hier einfach immer “Other” und dann “German” -> “German”.

Wir müssen aber noch den XServer anweisen, Fluxbox zu starten – erstelle dazu einfach eine Datei “.xsession” (“nano .xsession”) mit folgendem Inhalt:

#!/bin/sh
exec startfluxbox

Die Datei mit “chmod +x .xsession” noch ausführbar machen.

Anschließend noch ein “sudo reboot” und beim Start sollte der Anmeldebildschirm erscheinen!

Per STRG+ALT+F1 kannst du zur Konsole zurückwechseln, mit STRG+ALT+F7 kommst du zur grafischen Oberfläche zurück.

Mit

fbset -xres 576 -yres 432 -vxres 576 -vyres 432 -depth 32

weißt du anschließend den Framebuffer noch an, mit 32 Bit Farbtiefe und der korrekten Auflösung zu laufen (das Bild verändert sich eventuell und du musst die Konsole wechseln/rebooten).

Damit sind wir auch schon am Ende angelangt!

System ausschalten:
Bitte kein Ausschalten per POWER-Knopf forcieren, da sonst das Dateisystem beschädigt wird! Entweder das System per “sudo poweroff” ausschalten oder die RESET-Taste gedrückt halten.

Wiimote als Maus verwenden:
Installiere die folgenden Pakete:

sudo apt-get install bluez libcwiid1 lswm wmgui wminput

und starte dann das System neu. Mit “sudo wminput -w” kannst du nun nach der Wiimote scannen lassen. Während die Fernbedienung verbunden ist, leuchtet KEINE LED!

Du kannst auch direkt die MAC-Adresse der Wii-FB angeben (bekommst du per “hcitool scan“), dann geht es etwas schneller (vgl. Ubuntuusers). Noch wird allerdings der Bewegungssensor verwendet, wodurch sich die Maus nur durch Neigung lenken lässt, was nicht sehr intuitiv ist.

Wiimote als normaler Nutzer verbinden und Sensorleiste nutzen:
Füge die Gruppe “wiimote” und anschließend deinen Benutzer dieser Gruppe hinzu:

sudo addgroup wiimote
sudo usermod -aG wiimote benutzername

Erstelle dann die Datei /etc/udev/rules.d/71-wiimote.rules mit folgendem Inhalt:

KERNEL=="uinput", GROUP="wiimote", MODE="0666"

Nach einem Reboot geht dann wminput auch ohne Superuser-Rechte!

Bevor du fortfährst, teste erst die Sensorleiste – verbinde deine Wiimote mit dem Kommando

wminput -c ir_ptr -w

und sieh nach, ob sich der Cursor bewegt und den ganzen Bildschirm abdeckt. Falls nicht, editiere die zugehörige Konfigurationsdatei:

sudo nano /etc/cwiid/wminput/ir_pt
# Entferne die Tilden, sodass die Datei so aussieht:
Plugin.ir_ptr.X = ABS_X
Plugin.ir_ptr.Y = ABS_Y

Um jetzt wminput immer starten zu lassen, wenn die grafische Sitzung geladen wird, reicht der folgende Befehl, der eine “.xsessionrc” ins HOME-Verzeichnis schreibt:

echo "wminput -c ir_ptr -w &" > ~/.xsessionrc

So kannst du direkt nach der Anmeldung deine Wii-Fernbedienung verbinden (1 und 2 drücken)! Das solltest du natürlich für jeden Benutzer tun, den du erstellt hast.

Um die Wiimote zu trennen, halte einfach den POWER-Knopf der Wiimote gedrückt.

Die blaue Disc-LED deaktivieren:
Wem die blaue Disc-LED vorne an der Wii nervt, kann diese per GPIO-Pin 250 deaktivieren.

USB-Geräte mounten:
// TODO, sieh währenddessen auf WiiBrew nach!

DVDs mounten:
Dies funktioniert nur bei alten Wiis ohne D3-2-/D4-Laufwerk! Erstelle den Ordner /media/dvd, falls er noch nicht existiert:

sudo mkdir /media/dvd

und hänge eine DVD ein:

sudo mount /dev/rvl-di /media/dvd

So entfernst du sie:

sudo umount /dev/rvl-di /media/dvd

Um DVDs abzuspielen musst du eventuell libdvdcss und libdvdread installieren.

Per VNC verbinden:
Mit einem VNC-Server kannst du dich mit deiner Wii verbinden und die grafische Oberfläche nutzen! Logischerweise müssen wir erst einen VNC-Server installieren:

sudo apt-get install tightvncserver

Gestartet wird dieser mit:

vncserver -geometry 800x600

Wobei du die “800×600” durch eine beliebige Auflösung ersetzen kannst. Du wirst einmalig nach einem Passwort für den VNC-Zugang gefragt – setze eines und beantworte die Frage nach einem “read-only”-Zugang mit “n”.

Downloade dann am PC den TightVNC-Clienten und trage in das Adressfeld die IP deiner Wii, gefolgt von “::5901” ein, also bspw: “192.168.178.20::5901”. Drücke auf “Connect” und trage dann das Passwort von eben ein (dies ist nicht dein Loginpasswort!).

Stoppen lässt sich der VNC-Server mit:

vncserver -kill :1

Wer den Service automatisch starten lassen will, findet bspw. bei DigitalOcean eine gute Anleitung.

Wii Linux - Fluxbox mit Conky (per VNC)
Wii Linux – Fluxbox mit Conky (per VNC)

Gumboot
Gumboot

Beim Start erscheint andauernd dieses Bootmenü – kann ich das ausschalten?
Du kannst die /gumboot/gumboot.elf manuell per BootMii starten (drittes Symbol im BootMii-Menü). Um BootMii wieder normal zu starten (also direkt, ohne Bootloader), kannst du den “BootMii”-Ordner löschen und die originalen BootMii-Daten neu installieren (per HackMii-Installer oder mit diesem Download). Du kannst auch die gumboot/gumboot.lst bearbeiten und die Einträge umordnen und das Timeout runterstellen.

Ich kann kein BootMii/boot2 installieren, geht das trotzdem?
Ja, starte BootMii einfach über den Homebrewkanal.

Meine USB-Tastatur/mein Bluetooth-Gerät geht/gehen plötzlich nicht mehr!
Starte das System neu, dies scheint ein Fehler zu sein. Möglicherweise hilft es, zuerst das System auszuschalten und nicht einfach einen “reboot” durchzuführen.

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