Das Dolphin-Team hat heute ein neues Release-Modell für den beliebten GameCube- und Wii-Emulator angekündigt.
Die v5.0 von Dolphin erschien vor rund acht Jahren. Seitdem hat sich natürlich ordentlich was getan und eine neue "stabile" Version musste her. Früher wurde ein monatelanger Feature-Freeze vereinbart, bei dem keine neuen Funktionen integriert werden durften, sondern nur noch Bugfixes – zum Unmut aller Entwickler. Die Stabilisierung der v5.0 erwies sich als schwierig, weshalb hier sogar der Release-Prozess neu gestartet werden musste.
Dank eines verbesserten Code-Review-Prozesses, bei dem u.a. jede Code-Änderung vor dem Merge geprüft wird, ist eine stabile Version de facto nicht mehr notwendig. Ohnehin nutzte bisher quasi jeder die Beta- oder Entwicklungsversionen, da diese deutlich aktueller waren. Man hat auch überlegt, gar keine "offiziellen" Releases mehr zu veröffentlichen, aber aus Gründen der Infrastruktur, Support und Verteilung hat man sich zu einem Rolling-Release-Verfahren entschieden. Die Versionsnummer entspricht hierbei "Jahr" und "Monat", also "2407" für den Juli 2024. Dem ein oder anderem dürfte das Schema bereits von Ubuntu bekannt sein.
Das bedeutet, dass alle paar Monate ein Release erstellt wird, wie es vorher bei den Beta-Versionen der Fall war. Als Changelog dienen die bekannten Progress Reports. Falls Fehler, etc. auftreten sollen diese Release-Builds auch mit Hotfixes versorgt werden.
Zur Feier des Tages wurde auch das Logo etwas abgeändert:
Das alte Logo zum Vergleich:


Finde das alte Logo schöner, weil schärfere Konturen. Das Neue wirkt verschwommen an den Rädern. Sehr unschön und unangenehm anzusehen 🙁
Finde es auch etwas zu simplifiziert, wirkt eher wie eine Änderung der Änderung willens. Aber imemrhin sieht jetzt das Icon unter macOS gut aus: https://static.wiidatabase.de/dolphin-macOS-Dock-Icon.png
Das gewöhnliche Ubuntu und Debian (worauf Ubuntu basiert) hat doch keine Rolling Releases. Arch-basierte Distributionen haben sowas jedenfalls (z.B. Manjaro und Garuda). Bei Ubuntu gibt es für gewöhnlich nach 2 Jahren ein Riesen-Update, wonach die Hälfte der Software von früher nicht mehr funktioniert, weil die Ubuntu-Pakete meist hinterher hängen und die Pakete sowieso so veraltet sind, dass man aktuelle Programmierfeatures nicht verwenden kann.
Das hat ja auch niemand behauptet.
Meiner Kenntnis nach gibt es im professionellen Software-Development ein Release-Schedule und eine Release-Manager-Person. Diese überprüft, ob die Kriterien für ein Release gegeben sind und falls nicht, wird das Release verzögert, es muss ausgebessert werden. Dafür sollte es Tests geben. Eigentlich wird der Release-Zustand sogar selbst ausprobiert und vorgezeigt. Alle Änderungen werden zumindest vorgeführt. Diese sollten nur gemergt werden, wenn jemand anderes drüber geguckt hat (plus Definition of Done erfüllt wurde). So haben wir es in einem Unikurs gehabt.
Das war früher mal, dank "agiler" Software-Entwicklung wird heute einfach halbgare ungetestete Software an den Kunden gegeben und die anfallenden Support-Anfragen per KI/Copy-Paste-Templates "beantwortet" oder ignoriert. Wenn was schiefgeht sagt man es habe einen "Cyberangriff" mit "viel krimineller Energie" gegeben 😉
Microsoft ist dafür das beste Beispiel. Es gibt so gut wie keinen Patchday mehr der nicht minestens ein schwerwiegendes Problem verursacht. Und damit meine ich keine Einzelfälle, mit besonderen Konstellationen. Getreu dem Motto: Qualitätsprüfung ist was für Anfänger.